Vor etwas über 10 Jahren wurde eine erste Version entwickelt und auf der Froburg installiert. Damals hatte man dafür eine Leitung von der Strasse hinauf zur Fahnenstange verlegt um diese Station mit Energie zu versorgen. Im Betrieb der Station zeigten sich dann aber Probleme, die mit der Feuchtigkeit im ansonsten wasserdichten Gehäuse zusammen hingen. Abhilfe schaffte ein eigenes internes Gehäuse für die Elektronik. Durch die Abwärme von rund 2W ist die Temperatur darin etwa 10-15 Grad höher und Feuchtigkeit kann sich so kaum bilden. Die Station wurde im 2022 generalüberholt. Es zeigte sich, dass durch die Sonnenstrahlung (UV) das Acrylglas des Kamerafensters kleinste optische sichtbare Risse bekommt, welche sich je nach Sonnenstand im Bild bemerkbar machen.
Die Überprüfung des Zustandes der Wetterkamera im 2026 zeigte eindrücklich, warum Wind und Wetter auch als ‚Zahn der Zeit‘ genannt werden. Obwohl die Station funktionstüchtig ist, sind Abnützungen festzustellen. Klebestellen, damals mit 2k-Epoxy ausgeführt, sind dunkelbraun geworden und haben an Haltekraft verloren. Die Kugellager des Windmessers sind ausgeleiert. Das Acrylfenster ist wieder optisch schlechter geworden. Die verzinkten Schrauben im Innern sind verrostet. Was ebenfalls gut gealtert ist die Software auf dem Raspeberry Pi. Ein einfaches Update ist nicht mehr möglich.
Damit war der Start gegeben für einen Neubau der Station. Das neue Gehäuse ist rund 1/3 kompakter und die bewährte Ausführung mit dem inneren Gehäuse wurde natürlich beibehalten. Bei einem Ausfall der Station ist ein grosser Aufwand für die Instandsetzung nötig. Darum wurde der Raspberry Pi 3A+ neu beschafft. Ebenso dessen SD-Karte. Der Mobile-USB Stick wird weiter verwendet weil diese Hardware im Markt kaum noch erhältlich ist. Der verwendete Typ ist ohne weitere Tricks einsetzbar. Das war bei der ersten Station noch ganz anders.
Was hat sich an der Station geändert, respektive verbessert? Vieles!
– Die Kamera ist die neuste Generation mit 12M Pixel Auflösung (4608×2592). Sie ist auch in einer Weitwinkelversion verfügbar, welche hier verbaut wurde. Die bisherige hatte noch eine Zusatzlinse (x0.65).
– Sicht zur Aussenwelt. Die Fenster an der Kamera, wie auch am Aussengehäuse sind neu aus echtem Glas. Damit sollte sich das UV-Problem erledigt haben.
– Der Windmesser wurde komplett neu konzipiert. Er besteht aus zwei Teilen mit einer 5mm Achse in dessen Mitte. Ein festgeschraubter/geklebter Stellring sitzt mittig an dem beidseitig je ein Kugellager liegt. Am einen Ende liegen die Windflügel, am anderen ein ring-förmiges Magnet dessen Magnetisierung nicht Axial sondern Radial ist. Das heisst, die eine Hälfte des Ringes ist Süd, die andere Nord. Dreht sich die Achse kommt am eingebauten Hallsensor pro Umdrehung jeder der beiden Pole vorbei. Bei Süd wird der Kontakt geschlossen und der Computer zählt diese Impulse während seiner 10 Sekunden Messdauer.
– Temperaturmessungen. Bisher befand sich ein Temperatursensor auf der Zusatzplatine. Er misst die Temperatur im Innern des Elektronikgehäuses. Neu hinzugekommen ist ein echtes Aussentermometer, das in einem schützenden Gehäuse Aussen angebaut ist. Es ist der gleiche Sensor wie auf der Platine (DS18B20)
– Website fws.digitalwire.ch. Hier hat sich aus meiner Sicht am meisten verbessert. Die Station verbindet sich über einen Mobile-USB-Stick mit dem Internet, Genau so wie euer Mobiltelefon auch. Anders als beim eigenen Internetanschluss zuhause ist eine direkte Verbindung von aussen zu der Station nicht möglich. Damit die Station aber von aussen zugänglich wird habe ich mich bisher einer Technik Namens ‚SSH Reverse Tunneling‘ bedient. Die Station hat jede Minute eine Abfrage an die Webseite gesendet, ob Aufträge auszuführen sind. Wenn ja, hat sie ein entsprechendes internes Script ausgeführt. Zum Beispiel ob der Heizlüfter ein oder ausgeschalten werden soll (der wurde wegen zu geringer Leistung nicht mehr eingebaut). Auch konnten zusätzliche Aufnahmen gemacht werden. Und das wichtigste: Baue eine Verbindung zu einem externen Computer auf. Über diese Verbindung hatte ich dann Kontakt zur Konsole des Raspberry Pi und konnte Anpassungen etc. machen. Heute enthält das Betriebssystem des Raspberry Pi einen Service, der es ermöglicht über eine Benutzername/Passwort geschützte Webseite eine Konsolenverbindung über den Browser zu öffnen. Somit habe ich volle Kontrolle und kann normal administrieren. Die Kamera-Webseite wurde bisher aus den gennanten Gründen über meine private Internetverbindung und Hardware (Synology NAS) bereitgestellt. Jetzt ist diese Infrastruktur nicht mehr nötig und daher läuft die Webseite jetzt auf einem richtigen Hosting auf cyon.ch. Die Grafiken für Wind und Temperatur wurden bisher auf dem NAS gerechnet. Auf dem Hosting ist Python nicht verfügbar, darum habe ich diese in PHP mittels einer für privat freien Software neu gestaltet.
Die Station läuft noch einige Tage zum Test bei mir vor Ort und wird dann auf der Froburg installiert
Uwe Gartmann




2 Gedanken zu “Froburg Wetterkamera Station Version 2026”
Cool, vielen Dank für den Einsatz!
Super was du gemacht hast Uwe. Vielen Dank👍