Beat Aebli, ein Leben für die Froburg(er)

In unserem Verein wirft wohl jeder mindestens einmal am Tag einen Blick auf unsere Webcam. Einen Blick auf den beliebten Hang und die den Wind anzeigende Seidenschleife. Stimmte die Windrichtung und das Wetter, konnte man ziemlich oft ein Mitglied stehen sehen. Meistens weit nach hinten gebeugt, wie ein schiefer Turm, um sein hochfliegendes Modell nicht aus den Augen zu verlieren, mit Krempen-Hut gegen die Sonne bewehrt und eine Fernsteuerung vor dem Bauch. Ein Modellflug- und Modellbaufels in der Brandung des Nordwest-Windes. Sein Name: Aebli, Beat Aebli!

«Unser» Beat!

Oder er lag an seinem «Platz», den Kopf auf seinen Rucksack gestützt und las ein spannendes Buch oder schlief oder genoss einfach nur die Froburg!

Anfang April habe ich die sehr Traurige Nachricht erhalten, dass «unser Beat» kürzlich verstorben ist. Wann genau ist seinem Wunsch gemäss unwichtig. Er ist nicht mehr da!

Meine ersten Erinnerungen an Beat gehen bis ins Jahr 1979 zurück. Er, sein Bruder Franz und vor allem ihr Vater sind mir bei den Landarbeiten auf unserem Hang durch Ihr Engagement und ihren Einsatz aufgefallen. An den Generalversammlungen unter diversen Präsidenten, hat Beat sein Wissen und sein Herzblut für den Verein eingebracht. Schon früh haben er und sein Bruder mit Modellen in den verschiedensten Konfigurationen und Bauausführungen herumexperimentiert. Auffällig war das Modell von Beat mit den stark nach hinten gepfeilten Flügeln, welches er noch am letzten Oldie-Fliegen 2025 eingesetzt hat. Beat wohnte lange Zeit in Basel, im Haus des Vaters, und fuhr bei jeder Gelegenheit auf die Froburg. Entweder mit dem Riesen-Ami-Fass-Kombi, seiner Corvette, dem Twingo oder am Schluss mit seinem orangen Honda Jazz.

Beat gab sein umfangreiches Wissen und seine Erfahrungen gerne weiter. Obwohl ich in einigen Punkten mit seiner Meinung nicht immer einverstanden war, konnten wir uns gegenseitig gut austauschen, und ich konnte auch immer wieder das eine oder andere dazulernen und bei meinen Modellen auch versuchen umzusetzen. Was ich nicht umgesetzt habe, weil ich es erstens nicht kann, und zweitens für mich viel zu aufwändig ist, war das verlängern der Nase eines Modelles (deshalb hat man Beat auch den Spitznamen «Long Nose Beat» gegeben). Beat hat einmal an einem Wodka-Nebel-verhangenen Abend mit Bildern auf seinem Laptop erklärt, wie er die Nase eines Modelles verlängert. Mir wurde bereits nach dem dritten Bild übel. Ist das Verlängern des Rumpfes schon eine Riesenarbeit, so ist das Verlängern und Anpassen der Haube ein Unterfangen für sich. Beat hat sich da ein Riesen-Knowhow und eine Geschicklichkeit angeeignet, die seinesgleichen sucht. Mit der Zeit hat er auch begonnen, die Rümpfe hinter den Flügeln fachgerecht zu verlängern und / oder einige für seine Begriffe papierartige Rümpfe von teuren GFK-Modellen an der entsprechenden Stelle zu verstärken. Sein Kommentar zu den jeweiligen GFK-Bombern: 

«Schiiissssdräggg!» oder «… alles Arrrrrssschlöcherrrr!»

Legendär sind seine Baukünste auch im Bereich der Reparaturen. Ein als Totalschaden deklarierter „Crossfire“ von Ueli Müller, wurde von ihm freiwillig und ohne Gegenleistung wieder so weit in Stand gesetzt, dass Ueli den „Crossi“ wieder fliegen konnte.

Abgesehen von seinen baulichen Facheigenschaften, war Beat auch ein begnadeter Modellflieger. Als «Puritaner» flog er nur Modelle OHNE Antrieb. Sein «Gschpüri» für seine Modelle, das Gelände und die meteorologischen Gegebenheiten brachten es mit sich, dass Beat seine antriebslosen Modelle praktisch immer in die Höhe kurbeln konnte. Einmal oben, gab es dann beim Herunterkommen einen Anstech-Flug mit anschliessendem, meistens gleich zwei, Looping. Meistens reichte es dann auch noch für ein Rolle. Auch half Beat gerne Modelle zu starten, ob mit oder ohne Antrieb. Beat hatte immer eine Hand frei, wenn man um eine bat.

Herrschte gerade kein Flugwetter, und las oder schlief Beat nicht, so packte er die Motorsense und trimmte das Gras entlang dem Hag. Eine Motorsense hat er kurzerhand selber gekauft und dem Verein überlassen. Viele Mitglieder wissen das wohl nicht, weil Beat in diesen Belangen sehr bescheiden war. Auch hat Beat den Mitgliederbeitrag immer wohlwollend und zünftig aufgerundet. So war Beat! Auch nahm Beat gerne an unseren Arbeitstagen Teil, wo er anpackte, wo immer er konnte. Als Akademiker hatte er keine Scheu, sich die Hände schmutzig zu machen.

Zugegeben, Beat hatte, wie jeder Mensch auch, seine Ecken und Kanten. Für einige waren Beats Kanten die Tatsache, dass er ehrlich und direkt war und sagte, was er dachte. Und die Ecken, dass er beharrlich in seiner Lebensweise war.

So oder so, Beat war ein sehr toller Flug-Kamerad, ab und zu ein unglaublicher Spassvogel und ein hochintelligenter Mensch. Ein Club-Kamerad, mit welchem man gerne einen Nachmittag auf dem Fluggelände des Wille-Hauses oder der Froburg verbrachte, auf der es jetzt eeinsamer geworden ist.

Er wird fehlen. Nicht nur auf der Frobi.

Machs guet Beat! Dini Flüügerkamerade!

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